1. 10 000 DIAS
Von Beelitz bis St. Tropez
Die Geschichte der 10.000 Dias beginnt im Herbst 2001 auf einem Augsburger Flohmarkt.
Ich erwarb drei große Pappkartons mit insgesamt ca. 10.000 Dias.
Die Dias waren unsortiert, teilweise verdreckt, aber in gutem Zustand.
Jedes einzelne Diarähmchen ist mit Entstehungstag, Anlass, Ort, Personenkennzeichnung und einem eigenen, internen und nicht mehr nachvollziehbaren Nummerierungscode beschriftet. Neben den üblichen (und in nicht sehr großer Anzahl vorhandenen) Urlaubsbildern, tauchen immer wieder kuriose Serien und seltsame Bilderreihen auf.
Der Fotograf beginnt seine virtuelle Reise in den späten 50er Jahren und dokumentiert mit großer Akribie sein Leben und vor allem die Entwicklung seines Lebensstandards. Aus einem VW Käfer wird ein GTI Golf, die schrankwandbestückte Wohnzimmereinrichtung Marke "Gelsenkirchener Barock", weicht IKEA Bausätzen.
Seine letzte Reise führt den Fotografen und seine Frau 1995 nach New York.
Von besonderem Interesse sind dabei die Bilderreihen, die ab ca. 1975 bis 1988 entstanden. Immer
wieder wird die DDR und Berlin (Ost und West) bereist und vor allem Landschaft fotografiert, die keinerlei landschaftlichen Reiz besitzt. Waldränder, Wiesen, Äcker, Ortseingänge.
Kurios auch die Sammlung von U-Bahneingängen in Berlin.
Ich bin nun dabei mit Hilfe der Dias verschiedene Theorien zu entwickeln und diese Materialien in meiner künstlerischen Arbeit zu verwerten. Deshalb vielleicht auch mein Umzug nach Berlin, denn bis 2003 schienen mir die Fotos und ihr Ost-Charme noch so weit weg. Jetzt wohne ich mitten drin und arbeite an verschiedenen Projekten.
Realisiert habe ich bislang die "House Selection", eine Installation aus projizierten Dias und gemalten Häusern und Landschaften.
HOUSE SELECTION
Acrylarbeiten auf Karton,
alle 100 x70 cm dazu Dias,
Innenansichten